Pilze sammeln und bestimmen
Pilze sammeln
Die erste Anregung halte ich für besonders effektiv, will man sich der Pilze annehmen und sein Abendessen selber aufsuchen.Nämlich diese: Holen sie sich jemanden ins Boot, der Ahnung hat.Wenn man allein loszieht, findet nur ein paar Pilze, die auch schon einem ungeübten Auge verraten, das das mit dem leckeren Pilzgericht nichts wird, ist man schnell demotiviert und genauso schnell schlampig bei der Pilzbestimmung. „Farbe ist zwar eher rötlich, könnte aber passen….ach und Lamellen hat das Ding ja auch“.Also fragen sie doch jemanden den sie kennen oder aus der Nachbarschaft ob er lust auf eine kleine Wanderung hat. Gerade ältere Leute haben da Ahnung und man kann echt noch was lernen.
Zudem kenne sie noch die alten Plätze im Wald wo schon früher Speisepilze zu finden waren.

Darüber hinaus braucht man ein vernünftiges Buch über Pilze und deren Bestimmung. Empfehlenswert ist es auch ein großes und umfassendes Buch zu kaufen und eins im Taschenformat, welches beim Sammeln der Fruchtkörper mit auf die Reise gehen kann. Zu Hause kann man dann in dem umfassenderen Buch nochmals nachschauen und hat vielleicht die eine oder andere Zusatzinformation. Die Anschaffung von mehr als einem Buch ist auch deshalb zu raten, weil die Meinungen über die Essbarkeit von Pilzen je nach Autor auch stark schwanken kann. So ist in dem einen Pilzebuch der falsche Pfifferling(Hygrophoropsis aurantiaca) als ungenießbar oder giftig eingestuft und in der nächsten Lektüre als „essbar“.Was das anbetrifft sollten sie sowieso eigen Erfahrungen sammeln und einfach ihren Gaumen entscheiden lassen, welcher Pilz unter der Kategorie „essbar“ auch für sie wirklich „essbar“ ist. Und selber Pilze die als sehr gute Speisepilze deklariert werden, können unter Umständen einigen Leuten überhaupt nicht schmecken.Beim Sammeln von Pfifferlingen oder welcher Pilz auch immer auf ihrer Liste steht, sollte man im Vorhinein genau wissen, worauf man zu achten hat, um dann im Wald zu wissen, was die Merkmale des Pilzes sind , und/ oder ein Buch dabei haben. Das Pilze sammeln sollte am besten nicht von Mp3 Player oder sonstigem unnötigen /technischen) Schnickschnack behindert werden. Man will ja schließlich in Ruhe seinem Hobby nachgehen.
Ganz wichtig ist auch, dass man sich Gedanklich auf die Natur und die Suche nach einem bestimmten Pilz einstellt. Wenn ich z.B. meine Gedanken um das letzte Fußballspiel kreisen lasse und dabei förmlich in die Luft schaue, kann ich nicht den kleinen unscheinbaren Pilz im Laub finden – das geht einfach nicht. Man muss sich schon entscheiden ob, man Pilze sammeln möchte oder einfach nur so Spazieren will und seien Gedanken freien lauf lassen möchten. (Weiß man natürlich wo der Pilz wächst, den man begehrt, ist das was anderes)

Wenn man dann den Pfifferling oder Steinpilz gefunden hat und ihn anständig „geerntet“ hat, sollte man nicht den Fehler machen und ihn „eintüten“. Das ist fatal, weil der Fruchtkörper noch weiter atmet, also einem Stoffwechsel unterliegt, wenn man aber die Pilze in eine Plastiktüte steckt fördert man damit die Zersetzungsprozesse und die Pilze werden schnell matschig. Deshalb immer einen offenen Korb oder ähnliches mitnehmen, dort liegen die Pilze auch nicht so gekneult übereinander sondern man kann die Pilze schön verteilen. Hat man Pilze die man nicht genau kennt, aber zu näheren Bestimmung mit nach hause nehmen möchte, sollte man diese nicht mit den bekannten Pilze mischen, sondern separat mitnehmen.

Ein wichtiges Pilzsammler-Werkzeug ist ein Messer mit dem man die Fruchtkörper richtig abschneiden kann. Es gibt auch spezielle Pilzmesser, die leicht gewölbt sind und am Griff-Ende Borsten haben um die Pilze vor Ort schon vom Laub zu säubern.
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Auch das Wetter spielt eine Rolle, will man auf die Suche nach Pilzen gehen. An verregneten Tagen braucht man erst gar nicht in die Wälder und Wiesen zu gehen, da selbst wenn man Pilze findet, diese völlig verfärbt sind und voll Wasser in der Pfanne mehr dampfen als braten.Geeignet ist ein sonniger und trockener Vormittag oder Nachmittag.Eine sicherlich nicht schlechte Idee ist es auch einen Fotoapparat oder Digitalkamera mitzunehmen um den einen oder anderen Pilz zu analysieren ohne ihn gleich mitzunehmen, oder sich einfach sein persönliches „Bilderbuch der Pilze“ zu machen.
Nicht vergessen: Kein Pilzjahr gleicht dem anderen. Vorraussagen über genaues erscheinen von Pfifferlingen oder anderen Pilzen kann man nicht machen, genauso wenig wie Mengenvorkommen.Sammeln Sie nur soviel wie sie auch am Sammeltag verzehren wollen und für ihre Mahlzeit benötigen.Es wird auch immer wieder vor „übermäßigem Pilzgenuss“ gewarnt, wegen der Schwermetallbelastung. Ich möchte an dieser Stelle einfach darauf hinweißen. Sammeln Sie nicht alles was als essbar deklariert wird und schonen sie seltene Arten.
Achtung: Geltende Sammelverbote oder Beschränkungen beachten!! Ganz wichtig zum Schutz der Natur und der Bestandes, vor allem beim Pfifferling.Pilze sind ein wichtiger Teil der Ökologie und der Stoffkreisläufe der Natur und auch giftige Pilze sollte man als Gottes Schöpfung achten und zum Erhalt beitragen.Alte Pilze oder Überreife lässt man besser stehen, weil sie nicht selten ein reges Innenleben haben, sprich Maden. Daraufhin weißen auch kleine Löcher wenn man den Pilz bereits abgeschnitten hat.Allgemein sollte man die gesammelten Pilze so wenig wie möglich anfassen und betatschen.
PS: Das was wir allgemein unter „Pilz“ verstehen ist genauso genommen nur die Spitze des Eisberges, genannt Fruchtkörper. Doch viel spielt sich unter der Erde ab (sog. Myzel)

Pilzbestimmung:
Für die sichere Pilzbestimmung reicht es nicht sich nur ein Bild des Pilzes in einem Buch anzusehen und so Rückschlüsse zu ziehen. Als ich mit dem Sammeln von Pfifferlingen und anderen Arten anfing, tat ich genau dies, stellte aber zum Glück früh fest, dass das fatal sein kann. Deshalb weiße ich darauf hin, sorgsam und genau die Kriterien zu kennen!
Dazu gehörten die einzelnen Teile eines Pilzes wie auch äußere Umstände und der Gebrauch unserer Sinne. Mit dem Sehsinn kann man gut arbeiten, aber das reicht einfach nicht, auch der Tastsinn muss benutzt werde, sowie unsere Nase (und Zunge). Wenn man Pilze sammeln und bestimmen will ist es sehr wichtig sich nicht zu parfümieren und nicht davor zu rauchen, da die Merkmale unterschiedlicher Gerüche durch Nikotin verschwinden!(Man hat eine Nikotinschicht auf den Fingern)
Am besten man kauft sich einfach 1-2 gute Bücher über Pilze und studiert diese.
Sie suchen ein Buch über Pilze ? Da kann ich helfen!
Gott sei Dank hat meine Mutter am Anfang nicht alles in der Pfanne gebraten, was ich so mit nach Hause gebracht habe.
Bei der Pilzbestimmung bin ich der Meinung, dass man einfach den einen oder anderen Pilz mit nach Hause nehmen muss. Ich renne nicht mit einem Bleistift, Zettel, Lineal, Pilzbüchern und dergleichen durch den Wald um vor Ort den Pilz zu bestimmen.
Bei der Pilzbestimmung ist er ratsam 2-3 unterschiedlich ausgebildete Pilze mitzunehmen.
Auf jeden Fall ein voll ausgebildetes Exemplar, da junge Pilze, die noch nicht voll ausgeprägt sind, zu Verwechslungen führen können.
Wichtig bei der Bestimmung ist z.B. auch der Standort. Damit kann man schon den einen oder anderen Kandidaten ausklammern. Die Teile des Pilzes die bei der Bestimmung eine wichtige Rolle spielen sind: Der Hut, fruchtbare Teil(Lamellen,Röhren...), Stiel, und Fleisch.
Besonderes Augenmerk sollte man auch auf Artenverwandte haben, da diese sich manchmal nur minimal unterscheiden, bis auf den Geschmack.

Ebenfalls wichtig ist der Boden auf dem der Pilz wächst, genannt Substrat. Handelt es sich um totes Holz, Nadelstreu, Laubboden? Auch die Baumart unter der ein Pilz wächst sollte man beachten, insofern man weiß wie eine Eiche aussieht. Schwierig halte ich es zu wissen, um welchen Bodentyp es sich handelt (sauer, kalkreich…), weil man dabei z.B. auf gewisse Pflanzen als Indikatoren achten muss.
Grundsätzlich gilbt: Man muss sich einfach über den Buchrand mit diesen Naturbewohnern auseinandersetzten. Wenn man einmal einen echten Pfifferling in der Hand gehalten hat, sein Fleisch betastet, seinen Geruch wahrgenommen und seine Farbe bestaunt hat, und freudig feststellt: „Ja, das ist ein Pfifferling“. Dann weiß man was ein Pfifferling ist! – So einfach ist das eigentlich.
Achtung:
Eigentlich müsste es nicht gesagt werden, dass man NUR Pilze verzehrt, die man auch wirklich und zu 100 Prozent genau bestimmen kann. Dennoch sterben in Deutschland immer wieder Personen z.b. am Toxin des Knollenblätterpilzes (Verwechslungsgefahr mit dem Champignon).
Tun sie sich selber den Gefallen und ziehen Sie einen Bekannten zu Rate der sich mit Pilzen auch wirklich auskennt. Fängt der Satz mit „ Ich vermute, dass…“ an, werfen sie die Pilze weg und riskieren sie keine Vergiftung! Sein sie nicht hastig bei der Pilzbestimmung und schauen sie mehrmals genau hin!